Der Saale-Unstrut-Wein - Das zeichnet ihn aus.

Vor 1000 Jahren begann die Geschichte des nördlichsten Weinanbaugebietes Europas. Auf 760 Hektar entlang der Saale und Unstrut erstrecken sich 60 Weingüter an idyllischen Weinbergen, Steilterrassen und Flusstälern.

Durch diese romantische Region schlängelt sich die Weinstraße Saale-Unstrut und führt vorbei an historischen Burgen und Schlössern die auf der Straße der Romanik liegen. In Sachsen-Anhalt waren es vor allem die Mönche des Zisterzienserklosters Sancta Maria Schulpforta, die den Weinbau an Saale und Unstrut Mitte des 12. Jahrhunderts vorantrieben. Damals war Wein aufgrund des ungenießbaren Wassers, Ernährungsgrundlage für die Bevölkerung. Der Dreißigjährige Krieg und Klimaeinbrüche in Mitteldeutschland, später dann der Befall von Rebläusen, brachten den Weinanbau fast vollständig zum Erliegen. Seit der Einführung staatlicher Förderungen 1960 begann die Ausdehnung der Rebflächen.

Saale Unstrut Wein – Geschmack

Die über 50 verschiedenen Rebsorten werden vorwiegend trocken angebaut. Durch seine Lage auf Muschelkalkverwitterungsböden, Buntsandstein und Lößlehm, fällt der Saale-Unstrut Wein durch sein feingliedriges und fruchtiges Bukett auf. Seine mineralischen Nuancen machen ihn fast einzigartig im Geschmack. Hinzu kommen die idealen Wachstumsbedingungen mit 1600 Sonnenstunden und 500 Milliliter Niederschlag pro Jahr. Genau diese Kombination aus geografischen, klimatischen und geologischen Besonderheiten der Saale-Unstrut Region bringt diese spritzig eleganten Weine hervor.

Besonders beliebte Weine sind der feinwürzige Müller-Thurgau Weißwein, die Grau – und Weißburgunder, spritziger Riesling und erdige Silvaner. Zu den Raritäten gehören Gutedel und der rote André, die ausschließlich an Saale-Unstrut wachsen. Tatsächlich sind nur knapp 24 Prozent der Weine, Rotweine wie Dornfelder, Spätburgunder, Portugieser oder der Blaue Zweigelt.

 

Saale Unstrut Wein – Rebsorten Weißweine

Müller-Thurgau gilt heute weltweit als „Neue“ Kreation. Im Saale- Unstrutgebiet ist er die Hauptanbausorte. Der Name stammt aus dem Schweizer Kanton Thurgau und dem Professor Dr. Hermann-Müller, der diese Rebsorte Ende des 19. Jahrhunderts dort züchtete. Müller-Thurgau besticht durch einen leichten Muskatton und den Duft von Äpfeln. Höchsten Geschmack entfaltet dieser Wein in jungen Jahren.

Riesling ist die Königin unter den Weißweinsorten. Diese Rebe besticht durch ein Bukett von Pfirsich und Aprikose und passt bestens zu Fisch und Geflügel. Der Riesling eignet sich perfekt für eine Versektung.

Grauburgunder werden traditionell im Holzfass ausgebaut. Die Trauben sind rotgrau und erreichen je nach Reife unterschiedliche Qualitätsstufen. Eine Mischung aus Birne, Apfel und Trockenobst verleiht dem Bukett seine Völle. Aus Spätlesen dieser Sorte werden Selektionsweine kreiert.

Gutedel ist die älteste Kulturrebe und wurde bereits im alten Ägypten vor 5.000 Jahren angebaut. Sie wird neben dem Saale-Unstrut-Gebiet nur im Markgräfer Land gezüchtet. Als mild-harmonischer Wein ist er der ideale Begleiter durch den Abend.

 

Saale Unstrut – Rebsorten Rotweine

André, gezüchtet in der Slowakei, ist die rote Rarität aus dem Saale-Unstrut Weinanbaugebiet. Diese Rebsorte wird nur hier angebaut. Als Kreuzung aus Blaufränkisch und ↗St. Laurent erinnert dieser Gaumengenuss an Kirsche, Himbeere und Pflaume.

Spätburgunder wird im Weingebiet nur in besten Lagen angebaut. Diese Rebe schaut auf eine geschichtsträchtige Vergangenheit zurück. Sie wurde in Griechenland, Italien und Ägypten erwähnt. Unter dem Namen Pinot noir erreichte der Spätburgunder Mitte des 14. Jahrhunderts Deutschland. Als Königin der Rotweine schmeckt sie vollmundig und samtig. Ihr rubinrotes Aussehen wird mit Nuancen von Mandeln, Erdbeeren und Kirchen verfeinert.

Als Neuling unter den Rotweinen gilt Regent, er wurde erst 1993 zugelassen. Seitdem erfreut Regent sich zunehmender Beliebtheit. Den südlichen Charme erhält er durch die Kreuzung von Silvaner, Müller-Thurgau und Chamboutcin.