Cacti and potted plants growing in sunroom window

Grüne Favoriten im Haus - Stilvoll, beeindruckender Wuchs und andere Vorzüge

Bloggern, Einrichtungsexperten sowie Innenarchitekten abgelichtet und wie Models in sozialen Netzwerken in Szene gesetzt. Die In-Pflanzen haben scheinbar alle eines gemeinsam: einen besonders stilvollen oder eindrucksvollen Wuchs. Aber sind sie auch für das Wohnzimmer geeignet und haben sie einen Mehrwert für Hobbygärtner? Ein Überblick:
1. Die grüne Wohndekoration: Kaktus
Wer Einrichtungsmessen, Möbelhäuser und Dekorationsläden besucht, kennt nur einen grünen Star: den Kaktus. Nicht nur die Pflanze selbst ist beliebt, auch seine Umrisse als Motiv auf Produkten jeder Art. Modedesigner drucken ihn auf Taschen und Shirts, er ziert aber auch Wandbilder, Kissen und Postkarten. Wer gar keinen grünen Daumen hat, findet sogar viele Kakteennachbildungen aus Steingut oder Holz. Aber zurück zur Pflanze: Der Kaktus ist bei Hobbygärtnern ein Klassiker, und vor allem bei jenen, die gerne etwas Grünes im Haus hätten, aber eben nicht mit Pflanzen umgehen können. Denn er gilt als robust – und ist dank bizarrer Formen auch ein hübscher Hingucker. Von den Kakteengewächsen (Cactaceae) gibt es ungefähr 3 000 bekannte Arten und eine entsprechende Vielfalt. Manche bilden sogar essbare Früchte aus. Dazu gehört ein Exemplar, dass die Deutsche Kakteengesellschaft kürzlich zum „Kaktus des Jahres 2019“ gekürt hat: den Feigenkaktus (Opuntia ficus-indica). Er wird bis zu sechs Meter groß. Man sollte ihn sich also nur holen, wenn man zum Beispiel einen hohen Wintergarten hat.
Die Pflege:
Kakteen können zwar längere Zeit ohne Wasser auskommen, da sie dieses speichern. Hobbygärtner sollten dies aber nicht bewusst ausreizen. Denn Kakteen wachsen besser, wenn man sie regelmäßig wässert. Wie viel sie brauchen, ist von Art zu Art unterschiedlich, da sich die klimatischen Bedingungen ihrer Ursprungsorte stark unterscheiden können. Zur Orientierung bietet es sich an, stets darauf zu achten, dass das Substrat abtrocknen kann. Die Schweizerische Kakteen-Gesellschaft gibt den Tipp: Stecken sie einen Holzstab in den Topf. Fühlt er sich beim Herausziehen trocken an, ist Zeit zum Gießen.
2. Pflege von der Fensterbank: Aloe Vera
Aloe Vera wirkt besonders gut in schlichten Einrichtungen. Im Trend liegt sie aber vor allem wegen ihres Mehrwertes als natürliche Apotheke von der Fensterbank. In ihren dicken Blättern stecken zum Beispiel Enzyme, Vitamine und Mineralsalze. Daher wird aus dem klaren Fleisch auch Gel für Kosmetika und Wundheilung hergestellt. Die Aloe sammelt aber noch aus anderen Gründen Pluspunkte als trendige Zimmerpflanze. Sie stammt ursprünglich von der arabischen Halbinsel und kommt folglich gut mit Trockenheit klar.
Die Pflege:
Am besten eignet sich ein warmer und heller Standort im Raum. Die Pflanze kommt mit direkter Sonneneinstrahlung genauso gut klar wie mit Schatten. Sie sollte nur sparsam gegossen werden, ein Hinweis auf die nächste Wassergabe ist ein leicht angetrockneter Boden. Im Winter werden Aloe Vera aber nur selten gegossen. Dann ruhen sie, erläutert die Gartenakademie Rheinland-Pfalz. Während der Vegetationsperiode sollte man ihr Dünger geben, am besten alle drei Wochen eine 0,1-prozentige Volldüngerlösung oder einen Kakteendünger. Den Boden kann man mit Sand vermischen.
3. Die stilvolle Feder: Zamioculcas
Diese Zimmerpflanze wird auch Glücksfeder genannt, denn die aufrechten fleischigen Stiele mit den kleinen abstehenden Blättern erinnern etwas an Federn. Sie wirkt daher auch sehr dekorativ, ob in hohen oder niedrigen Töpfen, ob auf dem Fensterbrett, einem Beistelltisch oder auf dem Boden. Große Exemplare eignen sich als Raumteiler oder als dekorativer Solitär mitten im Raum. Der ganz große Vorteil der Zamioculcas – die übrigens von Liebhabern gerne mit dem niedlichen Spitznamen „Zamie“ bedacht wird – ist, dass sie quasi unkaputtbar ist. Experten der Zeitschrift „Mein schöner Garten“ haben sie schon mal „die härteste Zimmerpflanze der Welt“ genannt. Eine Zeit lang kann man das Gießen aussetzen oder ihr Licht entziehen: Die Zamie hält das aus. Lichtmangel führt aber dazu, dass ihre Blätter dunkler werden und weniger wachsen.
Die Pflege:
Eine Stunde direktes Sonnenlicht pro Tag und indirektes Licht für den Rest des Tages bei nicht weniger als 16 Grad Umgebungstemperatur – das empfiehlt das Blumenbüro in Essen. Erst dann gießen, wenn der Boden zwischen den Gießeinheiten etwas ausgetrocknet ist. Das Gießwasser muss immer abfließen können. Ihre Robustheit geht auf ihre Herkunft zurück. Sie stammt aus einer der trockensten Ecken der Welt: Tansania, vor allem von der Insel Sansibar. Hier erlebt sie einerseits lange Dürren, andererseits auch Starkregen. Daher kann die Pflanze schnell viel Wasser in ihren speziellen Adern speichern und dann davon über lange Zeit zehren, erläutert das Blumenbüro.
4. Die prächtige Rankpflanze: Monstera
Ihre Besonderheit sind große Blätter, die sich im besten Fall auffächern. Zudem hat die Monstera Luftwurzeln und einen rankenden Wuchs, deshalb befindet sich in ihrem Topf meist ein Kletterpfahl. Die Pflanze kann eine Größe entwickeln, aufgrund derer sie sich sogar zum Raumteiler eignet. Damit passt die Monstera genau in das Konzept der grünen Einrichtung, die aktuell besonders gefragt ist. Hier werden Pflanzen Teil der Möblierung.
Die Pflege:
Die Monstera stammt aus den Tropen und ist von dort mal feuchtere und mal trockenere Zeiten gewohnt, erläutert der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde. Er rät deshalb, auch die Topfpflanze gut mit Wasser zu versorgen – am besten von April bis August kräftiger gießen und regelmäßig düngen. In der restlichen Zeit des Jahres darf es aber weniger Wasser sein. Diese Pflanze zeigt Gärtnern auch an, ob sie ausreichend Feuchtigkeit und Helligkeit erhält. Nur dann wachsen die Blätter und bilden die typischen tiefen Einschnitte, erklärt das Blumenbüro

Von Simone Andrea Mayer