Wellness im Zuhause - Spa Ausstattungen für die eigenen 4 Wände

SPA Ob Whirlpool oder Sauna, es gibt längst Ausstattungen für die eigenen vier Wände. Die richtige Wohlfühl-Oase hängt vom Anspruch und vom Platz ab.

Denkt man an Gemütlichkeit zu Hause, dann ist das Wohnzimmer mit dem Sofa oder dem Kamin der Inbegriff dafür. Aber das Badezimmer? Der einst dank kühler Fliesen eher steril wirkende Ort für die tägliche Körperhygiene verwandelt sich vermehrt in eine Wellness-Oase, die manchem Spa in nichts nachsteht. Man kann gemütlich im Whirlpool liegen, kneippen, saunieren und sich sogar mit Wärme behandeln. Ein Überblick:

Whirlwanne: Der Whirlpool hat lange Wellness verkörpert. Noch immer erfreut sich das Sprudelbad großer Beliebtheit wegen seiner entspannenden Wirkung. „Die massierenden Wasserdüsen lockern lokale Muskelverspannungen und lindern sogar Beschwerden bei Arthritis oder Rückenleiden“, erklärt Martina Brüßel, Geschäftsführerin von Aqua Cultura, einer Vereinigung von Badeinrichtern. Der Nachteil im Bad: die Lautstärke des Blubberwassers. „Wer Ruhe sucht, ist mit einem Entspannungsbad besser beraten.“ Dann sind große Wannen empfehlenswert. „Sich ausstrecken und abtauchen können, auch das ist Wellness“, sagt Jens Wischmann von der Vereinigung der Deutschen Sanitärwirtschaft.

Sauna: „Neu geplante Bäder verfügen immer häufiger über eine Sauna“, sagt Wischmann. Neu ist, dass sie nicht mehr im Keller verschwinden, sondern im Badezimmer integriert sind. Doch der Wunsch nach einer Sauna trifft nicht selten auf ein Platzproblem. „Das deutsche Badezimmer ist im Durchschnitt 7,8 Quadratmeter groß“, sagt Wischmann. Die Hersteller reagieren mit Modellen, die kaum mehr Platz als ein Schrank beanspruchen. Erhältlich sind Saunen im Baumarkt für vergleichsweise wenig Geld. Doch Axel Diedenhofen, Geschäftsführer der RAL Gütegemeinschaft Saunabau und Dampfbad, rät, Wert auf Qualität zu legen. „Die Unterschiede sind deutlich“, sagt der Experte. Vom Selberbauen rät Diedenhofen ab: „Die wenigsten Hobbyhandwerker verfügen über ausreichend Know-how, etwa was den Luftaustausch angeht.“

Dampfbad und -dusche: Eine Alternative für das kleine Bad ist das Dampfbad. Kleine Kabinen messen gerade einmal 80 mal 80 Zentimeter. „Sie verfügen über eine im Idealfall beheizbare Bank oder abklappbare Sitze“, erklärt Brüßel. „Wer unter Kreislaufschwäche leidet, Gefäßerkrankungen oder ein schwaches Herz hat, sollte lieber Dampf baden statt saunieren.“ Diese Variante des Schwitzbades bei gerade einmal 45 Grad ist deutlich milder. Zugleich reinigt das Baden im heißen Dampf die Atemwege, stärkt das Immunsystem und befreit die Haut von Schadstoffen. Unterschieden wird ein separates Dampfbad und eine Dampfdusche, die Dampfbad und Dusche kombiniert: „Es gibt sie als fertige Module aus Kunststoff oder zum Selberbauen“, sagt Wischmann. Brüßel rät zu Modellen mit Glaspanelen: „Sie lassen den Raum optisch größer erscheinen.“

Infrarot-Wärmekabine: Auch das ist eine Alternative zur Sauna. „Hier wird nicht der gesamte Raum, sondern nur der Körper mit Infrarotstrahlern aufgeheizt“, erklärt Diedenhofen. Im Gegensatz zur Sauna muss die Kabine nicht lange vorheizen, was wiederum Energie spart. Ein weiterer Vorteil: „Die Montage ist recht einfach und der Anschluss über eine normale Steckdose möglich.“ Für kleine Bäder gibt es Modelle für eine Person.

Wellness-Dusche: „Ein Schwallauslauf oder eine Regenwalddusche bewirken wahre Wunder“, sagte Brüßel. „Im Kommen sind auch Erlebnisduschen, die über verschiedene Szenarien verfügen“, ergänzt Wischmann. So können etwa die Wassertemperatur und der – druck nach Stimmung variiert werden, aber auch Lichtstimmungen oder gar Musik lassen sich zum Duschen auswählen. Aber Achtung: „Es muss vorher geprüft werden, ob der Wasserdruck ausreicht“, sagte Brüßel.

Kneippen: Neben Entspannung geht es im modernen Badezimmer natürlich um Gesundheit. Kneipp’sche Güsse lassen sich auch dort machen. „Je nach Art und Anwendungsbereich haben sie belebende, ermüdende oder das Immunsystem stärkende Wirkung“, erklärt Brüßel. Regelmäßige Anwendungen härten den Körper ab. „Es muss ein Kneippschlauch mit dem Warm- und Kaltwasseranschluss verbunden werden“, erklärt die Badexpertin. Um die Güsse bequem ausführen zu können, empfiehlt sich eine Sitzbank im Duschbereich. „Für Fußbäder kann ein Becken zum Beispiel neben der Badewanne installiert werden“, sagt Wischmann.

Von Jana Illhardt